Vegetation auf der Insel Ischia

Die Insel Ischia wird aufgrund ihrer zentralen Lage im Mittelmeerraum vom mediterranen Klima stark geprägt. Die ausgeprägten Trockenzeiten im Sommer mit hohen Temperaturen sowie die milden und schneearmen Winter sorgen somit für eine mediterrane Flora auf der Insel. Die Insel Ischia trägt den liebevollen Beinamen „Isola Verde“. Selbst in kalten Jahreszeiten überdeckt ein grüner Schimmer die Hänge des „Monte Epomeo“. Der Epomeo entspricht mit seinen 787 Metern dem höchsten Punkt der Insel. Obwohl es sich hier auf der Insel nur um 700 Höhenmeter über dem Meeresspiegel handelt, weist Ischia sehr unterschiedliche Vegetationsstufen und Lebensräume für die Flora und Fauna auf. Diese Vielfalt ergibt sich unter anderem durch die verschiedenen Landschaftsformen wie tiefe Schluchten entlang den Bruchlinien, dicht bewachsene Ebenen bis steile und felsige Hänge oder durch ein eigenes Mikroklima in Vulkankratern. Um jegliche Beschreibungen der ausgewählten Pflanzenarten sowie –gesellschaften besser verstehen zu können, werden im Vorhinein im Index wichtige botanische Fachausdrücke genauer erläutert.

 

Index – botanische Fachausdrücke

Florenregion

...

 

Immergrüne Gehölze

Da die immergrünen Gehölze im Gegensatz zu den sommergrünen harte Blätter besitzen, wird diese Florenregion auch als Hartlaubregion bezeichnet. Der immergrüne Eichenwald ist charakteristisch für die mediterrane Florenregion (vgl. Wittig 2012: 66).

 

Pflanzengesellschaften

... sind eine floristisch, physiognomisch und ökologisch einheitliche Artenkombination von Pflanzen, die sich bei gleicher Florengeschichte im Gelände überall dort wiederholt, wo die gleichen Standortsbedingungen herrschen. Sie bestehen aus einzelnen Individuen, die aufgrund großer Merkmalsübereinstimmungen zu einem Typ (einer Pflanzengesellschaft) oder aufgrund größerer Unterschiede verschiedenen Typen (verschiedene Gesellschaften) zugeordnet werden können (vgl. Wittig 2012: 145).

 

Pyrophyten

... sind Pflanzen, die durch Feuer gefördert werden. Bestimmte Samen einiger Pflanzenarten können die oberste Bodenschicht, die sogenannte Rohhumusschicht, nicht durchdringen. Diese Samen können erst keimen, wenn diese Schicht von einem Brand entfernt wurde (vgl. Wittig 2012: 133).

 

Sommergrüne Gehölze

... sind Wälder, die ihr Laub abwerfen.

 

Sukkulenten

Sukkulenten besitzen große Wasserspeicherorgane und sind daher selbst während Trockenzeiten aktiv (vgl. Wittig 2012: 225).

 

 

Pflanzen – ausgewählte Arten

Akazie

Feuer – Silber – Duftende – Kätzchen – Immerblühende – Weidenartige – Seidenakazie!?

 

Amerikanische Agave

Agave americana – Agavaceae (Agavengewächse)

Größe:            3-8m

Blütezeit:         Juni – August

:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_1070.jpeg

Foto 1: Amerikanische Agave (Foto: Graf 2014).

Die Amerikanische Agave ist eine krautige ausdauernde Pflanze. Die silber- bis graugrünen Blätter der Grundrosette knapp über dem Boden sind dickfleischig, länglich geförmt und haben einen 2-3cm langen bräunlichen Dorn an ihrer Spitze. Sie können eine Länge von bis zu 2m erreichen. Der nach etwa 10 Jahren bis zu 8m hohe Blütenschaft umfasst mehrere Hochblätter und Rispenäste, an denen gelbliche, büschelige 7-9cm lange Blüten sitzen. Nach der Fruchtreife stirbt die Pflanze ab, vermehrt sich jedoch noch leicht vegetativ.

Die Amerikanische Agave stammt ursprünglich aus Mexiko und wird seit dem 16. Jahrhundert im Mittelmeergebiet kultiviert. Meistens sind jedoch verwilderte Formen an steilen trockenen Hängen zu sehen (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 346).

 

Amerikanische Kermesbeere

Phytolacca americana – Phytolaccaceae (Kermesbeerengewächse)

Größe:            1-3m

Blütezeit:         Juli – Oktober

:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_0181.jpeg

Foto 2: Amerikanische Kermesbeere (Foto: Graf 2014).

Die Amerikanische Kermesbeere ist eine am Grund verholzte Staude mit kahlen, purpurn überlaufenden Stängeln mit ganzrandigen Blättern. Die 10-15cm langen Blüten sind anfangs weiß und aufrecht abstehend aus denen sich während der Fruchtzeit überhängende Trauben bilden. Die Früchte sind beerenartig und ändern im Laufe der Zeit ihre Farbe von grün bis schwarzpurpurn.

Die Amerikanische Kermesbeere stammt ursprünglich aus Nordamerika. Die Beeren wurden früher zum Färben von Wein verwendet, daher wurden die Pflanze in Weinbaugebieten kultiviert. Die übrigen Pflanzenteile einschließlich der Samen sind giftig (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 438).

 

Avocadobaum

Persea americana – Lauraceae (Lorbeergewächse)

Größe:            5-20m

Blütezeit:         März – Mai

Der Avocadobaum ist ein Baum mit länglichen, zugespitzten Blättern, die beim Zerreiben sortenspezifisch nach Anis riechen können. Die Blüten bestehen aus sechs gelblich grünlichen Hüllenblättern, aus denen sich nur wenige zu Früchten entwickeln. Die birnenförmigen Avocados haben eine ledrige dunkelgrüne bis violette, glatte oder raue Schale und beinhalten einen großen Samen.

Der Avocadobaum stammt ursprünglich aus den Tropen Amerikas und wird im Mittelmeerraum als Kulturpflanze angebaut. Die reifen Avocados sind sehr schmackhaft und deren Öl wird auch für Hautpflegemittel und medizinische Salben verwendet (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 426).

 

Baumheide (Erika)

Erica arborea – Ericaceae (Heidekrautgewächse)

Größe:            1-4(-15)m

Blütezeit:         Dezember – Juli

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0093.jpeg

Foto 3: li. Baumheide Erika; re. Myrte (Foto: Graf 2014).

Die Baumheide ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum. Die Blätter sind nadelartig bis zu 5mm lang und in Quirlen angeordnet. Die reichen Blütenstände bestehen aus weißen, glockenförmigen, 4mm großen Kronen mit kurzen Zipfeln. Die dunkelbraunen Staubbeutel sind in der Blüte eingeschlossen.

Die Baumheide ist in immergrünen Wäldern oder in Macchien vorwiegend auf sauren Böden anzutreffen. Die Zweige werden heute noch zu Besen und das Wurzelholz zu Pfeifenköpfen verarbeitet (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 192).

 

Blaue Prunkwinde

Ipomoea indica – Convolvulaceae (Windengewächse)

Größe:            bis 6m

Blütezeit:         Juli – Oktober

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0121.jpeg

Foto 4: Blaue Prunkwinde (Foto: Graf 2014).

Die Blaue Prunkwinde ist eine Staude mit verholzenden und windenden Stängeln. Die Blätter weisen eine Herzform auf und sind auf der Unterseite fein behaart. Die 6-8cm breiten Blüten sind trichterförmig und blau bis purpurn gefärbt.

Die Blaue Prunkwinde stammt ursprünglich aus Südamerika und ist im Mittelmeerraum in Siedlungsgebieten häufig an Mauern vorzufinden (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 422).

 

Borstige Dost (Oregano)

Origanum vulgare – Lamiaceae (Lippenblütler)

Größe:            0,2-1m

Blütezeit:         Mai – Oktober

Der Borstige Dost ist am Grund verholzt mit borstig behaarten Stängeln. Die eiförmigen, behaarten Blätter sind stark drüsig punktiert. Die weißen oder leicht rosanen Blüten bestehen aus 6mm langen Kronen in Ährchen, die in grünen oder purpurnen Tragblättern eingeschlossen sind.

Der Borstige Dost ist vorwiegend in Garigues, Kiefernwäldern, Mauern oder im Brachland anzutreffen. Diese mediterrane Unterart des formenreichen Echten Dost wird auch als Oreganogewürz verwendet (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 254).

 

Chinesischer Roseneibisch

Hibiscus rosa-sinensis – Malvaceae (Malvengewächse)

Größe:            1-5m

Blütezeit:         April – September


:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0073.jpeg

Foto 5: Hibiscusblüte (Foto: Graf 2014).

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0078.jpeg

Foto 6: Chinesischer Roseneibisch (Foto: Graf 2014).


Der Chinesische Roseneibisch ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum. Die breiten eiförmigen, zugespitzten Blätter sind kahl glänzend. Die 10-15cm breiten Blüten sind lang gestielt und bestehen aus fünf Kelchblättern und einer weit vorgestreckter Staubblattsäule. Die Farben der Blüten variieren je nach Art von scharlachrot, blassrosa, weiß bis gelblich und orange.

Der Chinesische Roseneibisch stammt ursprünglich aus der tropischen Region Asiens. Im Mittelmeergebiet ist dieser Strauch meistens als Zierstrauch an Mauerwänden vorzufinden (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 428).

 

Echte Kastanie (Esskastanie)

Castanea sativa – Fagaceae (Buchengewächse)

Größe:            10-30m

Blütezeit:         Juni

Die Echte Kastanie ist ein sommergrüner Baum, der bis in den April noch unbelaubt ist. Die Blätter sind länglich-lanzettlich, stachelig gezähnt mit kräftigen Nerven. Die Blüten stehen oder hängen als weiße kätzchenartige Blütenstände von den Zweigen. Die Esskastanien befinden sich in den kugelrunden, lang stacheligen bis zu 4-klappig aufspringenden Fruchtbechern.

Die Echte Kastanie kommt in sommergrünen Laubmischwäldern vor und wächst vorwiegend auf kalkfreiem Boden. In manchen Gebieten wird sie kultiviert, da die gerösteten Esskastanien, den sogenannten Maronen verkauft werden und auch Mehl zum Backen hergestellt wird (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 238).

 

Echter Feigenbaum

Ficus carica – Moraceae (Maulbeergewächse)

Größe:            2-5m

Blütezeit:         Juni – September

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_1022.jpeg

Foto 7: Echter Feigenbaum (Foto: Graf 2014).

Der Echte Feigenbaum ist ein sommergrüner, Milchsaft führender Baum oder Strauch. Die meist handförmig, 3-5(-7) lappigen Blätter werden erst spät im Frühjahr entwickelt. Die Oberseite der Blätter ist meist rau, während die Unterseite weich und beharrt ist. Bei der Wildform entwickeln sich die grünen Feigen aus den unscheinbaren Blüten an den Innenwänden der Blattgründe durch einen komplizierten Bestäubungsvorgang der Gallwespen. Im Gegensatz dazu ist die Reife bei der Kulturform zu den dunkelblauen, braunvioletten oder gelben Feigen auch ohne Befruchtung möglich.

Der echte Feigenbaum kommt ursprünglich nur in Felsgebieten im östlichem Mittelmeergebiet vor, wobei er heute als Kulturbaum weitverbreitet ist. Die Feigen werden frisch und getrocknet als Nahrungsmittel oder zur Erzeugung von Feigenschnaps, Feigenwein oder Abführmittel verwendet (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 278ff.).

 

Echter Feigenkaktus

Opuntia ficus-indica – Cactaceae (Kakteen)

Größe:            2-6m

Blütezeit:         April – Juli


:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_1021.jpeg

Foto 8: Echter Feigenkaktus (Foto: Graf 2014).

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0060.jpeg

Foto 9: Echte Feigenkakteen (Foto: Graf 2014).


Der Echte Feigenkaktus ist der häufigste und bekannteste, wenn auch nicht heimischer Vertreter der Kakteen im Mittelmeerraum. Er zeichnet sich durch unter 1cm langen Dornen auf den grünen bis graugrünen, fleischigen, länglichen (20-50cm) Stängelgliedern aus. Die gelben oder orangeroten Blüten an den Rändern der Stängelglieder erreichen eine Größe von 6 bis 10cm. Die 5 bis 9cm großen gelb bis roten Früchte werden aufgrund ihrer feigenähnlichen Form Kaktusfeigen genannt und sind wie die Stängelglieder mit Borstenpolstern besetzt. Das saftige Fruchtfleisch der Kaktusfeigen ist essbar, jedoch Vorsicht beim Schälen, denn die leicht brechenden Borsten können sich in der Haut verhaken und Entzündungen hervorrufen.

Der echte Feigenkaktus stammt ursprünglich aus den Trockengebieten in Nord- und Mittelamerika. Im 19. Jahrhundert wurde er auf den Kanaren und in Algerien zur Zucht der Cochenille-Laus angebaut, deren kaminroter Farbstoff noch heute für Lebensmittelfarben und Kosmetika verwendet wird. In anderen Regionen wurde er aufgrund seiner Früchte und als undurchdringliche Heckpflanze kultiviert, jedoch verdrängt er in der freien Natur immer mehr die natürliche Vegetation (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 156).

 

Echter Rosmarin

Rosmarinus officinalis – Lamiaceae (Lippenblütler)

Größe:            0,3-1,5(-2)m

Blütezeit:         ganzjährig

Der Echte Rosmarin ist ein aromatisch duftender, immergrüner Strauch. Die braunen Äste stehen meist aufrecht und sind mit etwa 4cm langen Blättern bestückt. Die linealen Blätter sind am Rand nach unten gerollt, auf der Oberseite kräftig grün und auf der Unterseite filzigweiß. Die kleinen blauen oder auch weißen bis rosanen Blüten bestehen aus einer 12mm langen Krone und zwei Staubblättern.

Der Echte Rosmarin kommt vorwiegend in Garigues, Macchien oder lichten Wäldern vor. Er wird jedoch oft als Zier-, Heil- und Gewürzpflanze kultiviert (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 258).

 

Gewöhnlicher Oleander

Nerium oleander – Apocynaceae (Hundsgiftgewächse)

Größe:            1-4m

Blütezeit:         Mai – August

Der Gewöhnliche Oleander ist ein kräftiger immergrüner Strauch mit lanzettlichen, ledrigen Blättern. Die 3-4cm großen Blüten mit trichterförmiger Röhre sind charakteristisch für den Oleander entweder weiß oder rosarot. Die rötlich braunen Früchte können eine Länge von 8-12cm erreichen und bestehen aus einem braunen Haarschopf.

Der Gewöhnliche Oleander ist vorwiegend auf steinigen Böden an Flussufern und in zeitweilig trockenen Bachbetten anzutreffen. Häufig ist er als Hecken- oder Zierpflanze kultiviert. Oleander sind giftig, enthalten jedoch herzwirksame Glykoside (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 84).

 

Gewürzlorbeer (Lorbeerbaum)

Laurus nobilis – Lauraceae (Lorbeergewächse)

Größe:            2-20m

Blütezeit:         März – April

Der Gewürzlorbeer ist ein immergrüner Baum oder Strauch mit dunkelgrünen, ledrigen, länglichen und zugespitzten Blättern. Der schwach gewellte Rand der Blätter und der würzige Geruch beim Zerreiben dieser, ist charakteristisch für den Lorbeerbaum. Die kleinen, hellgelben Blüten sitzen büschelig angeordnet in den Blattachseln. Zur Reifezeit trägt der Gewürzlorbeer 2cm große, fleischige, schwarzblaue Steinfrüchte, die Lorbeeren.

Der Gewürzlorbeer bevorzugt schattig-feuchte Wälder in Küstennähe. Während er im westlichen Mittelmeergebiet nur verwildert vorkommt, wird er im Osten als Zier- und Gewürzbaum angepflanzt (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 270).

 

Granatapfelbaum

Punica granatum – Punicaceae (Granatapfelgewäsche)

Größe:            2-7m

Blütezeit:         Mai – September

Der Granatapfelbaum ist ein kahler, oft dorniger Strauch oder kleiner Baum. Seine sommergrünen Blätter weisen eine ovale bis längliche Form auf. An den Zweigenden sitzen eine bis drei leuchtend rote Blüten, die aus einem fleischigen Kelch bestehen. Die Granatäpfel haben eine ledrige, rötlich braune Schale und beinhalten zahlreiche kleine Samen.

Der Granatapfelbaum stammt ursprünglich aus Südwestasien und wurde gebietsweise im Mittelmeerraum in Hecken und Gebüschen als Frucht- und Zierbaum eingebürgert. Das Granatapfelmuster, bestehend aus den Samen, gilt als ein Symbol der Fruchtbarkeit. Aus diesem saftigen, essbaren Samenmantel wird der Grenadine-Saft hergestellt (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 298).

 

Jasmin

Falscher – Strauchiger – Vielblütiger – Winterjasmin!?

 

Kakibaum

Diospyros kaki – Ebenaceae (Ebenholzgewächse)

Größe:            8-14m

Blütezeit:         Mai – Juni

Der Kakibaum ist ein kleiner sommergrüner Baum mit dichter, runder Krone. Die länglich bis eiförmigen Blätter sind auf der Unterseite heller und leicht behaart. Die Blüten sind getrenntgeschlechtig. Die cremefarbenen, 2cm langen Kronblätter vergrößern sich bei der Fruchtbildung und bleiben an der 10cm großen, orangeroten bis gelbbraunen Frucht, der Kaki, erhalten.

Der Kakibaum stammt ursprünglich aus Ostasien und wird im Mittelmeergebiet als Kulturbaum gepflanzt. Die Früchte sind je nach Art mit oder ohne Schale genießbar (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 422).

 

Lavendel

Echter – Gezähnter – Fiederblättriger – Schopflavendel!?

 

Mastixstrauch

Pistacia lentiscus – Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Größe:            1-3(-8)m

Blütezeit:         März – Juni

Der Mastixstrauch entspricht einem Strauch oder kleinem Baum, der selbst in der Trockenzeit seine dunkelgrüne Farbe behält. Das Blatt besteht aus 8-12 lanzettlichen Blättchen die paarweise gefiedert angeordnet sind. Kurze dichte Blütenstände bilden die Blüten, bei denen die männlichen durch auffällig dunkelrote Staubbeutel und die weiblichen durch grünliche zu erkennen sind. Die etwa 4mm großen Steinfrüchte ändern ihre Farbe von rot zu schwarz.

Der Mastixstrauch kommt vorwiegend in Pflanzengemeinschaften vor wie der, der Macchie oder Garigues sowie vereinzelt auch in Wäldern. Das durch Einschnitte in die Rinde gewonnene Harz wird als Mastix bezeichnet. Mastix wird zum Teil heute noch zum Befestigen von Wundverbänden, in Mundwässern, als Kauharz und gebietsweise zum Harzen von Wein verwendet (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 70).

 

Mittelmeer-Brombeere

Rubus ulmifolius – Rosaceae (Rosengewächse)

Größe:            bis 3m

Blütezeit:         April – September

Die Mittelmeer-Brombeere ist ein hoher wintergrüner Strauch. Die purpurnen Äste sind mit geraden und sichelförmig abstehenden Stacheln bestückt und die Blätter weisen eine eiförmig gestutzte bis zugespitzte Form auf. Während die Oberseite der Blätter kahl und grün ist, ist die Unterseite filzig und weiß. Die Blüten bestehen aus fünf Kronblättern, die entweder blassrosa bis fast purpur und selten auch weiß sein können.

Die Mittelmeer-Brombeer ist vor allem an Hecken und Waldrändern vorzufinden und kommt zum Teil auch in Gebieten Mitteleuropas vor. Die Früchte schmecken am besten, wenn sie nicht zu reif werden (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 312).

 

Minze

Griechische – Julianische – Karst – Nervige – Thymbra-Bergminze!?

 

Myrte

Myrtus communis – Myrtaceae (Myrtengewächse)

Größe:            1-5m

Blütezeit:         Juni – August


:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_0091.jpeg

Foto 10: Blätter der Myrte (Foto: Graf 2014).

:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_0118.jpeg

Foto 11: Blüte der Myrte (Foto: Graf 2014).


Die Myrte ist ein immergrüner, kahler, aromatisch duftender Strauch. Die Blätter sind kurz gestielt, zugespitzt und sitzen zu dritt gegenständig an den Zweigen. In der Blütezeit sind die bis zu 3cm breiten Blüten mit fünf weißen Kronblättern und zahlreichen Staubfäden sowie die 1cm großen, blauschwarzen Beeren zu erkennen.

Die Myrte ist meistens in Macchien oder Wäldern vorzufinden. Sie wurde aber auch im Laufe der Zeit als Zierpflanze in vielen Formen kultiviert und als Gewürzkraut sowie für Atemwegsinfekte verwendet (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 278).

 

Östlicher Kapernstrauch

Capparis orientalis – Capparaceae (Kaperngewächse)

Größe:            0,3-1m, bis 3m kriechend

Blütezeit:         Mai – Oktober

:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_0176.jpeg

Foto 12: Östliche Kapernstrauch (Foto: Graf 2014).

Der Östliche Kapernstrauch ist ein niederliegender oder hängender Strauch, dessen Blätter fleischig, eiförmig bis fast rundlich, stumpf bis ausgerandet sind. Die 3-8cm breiten Blüten sitzen gestielt an den Zweigen und weisen vier ungleich große weiße Kronblätter mit purpurnen Staubfäden auf.

Der Östliche Kapernstrauch ist häufig kultiviert, aber auch an Mauern und Felsen vorzufinden. Die in Essig oder Kochsalzlösung eingelegten Blütenknospen werden als Kapern bezeichnet. Zum Teil werden die jungen Früchte auch mit den Stängeln gegessen (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 162).

 

Pinie

Pinus pinea – Pinaceae (Kieferngewächse)

Größe:            bis 30m

Blütezeit:         April – Mai

Die Pinie ist an ihrer schirmförmig gewölbten Krone leicht zu erkennen. Die graubraune Rinde, die beim Abblättern rötliche Flecken hinterlässt ist charakteristisch für den Stamm. Die zwei zusammen sitzenden, grünen, spitzen Nadeln können bis zu 20cm lang werden. Die 8-14 x 10cm großen, fast kugelförmigen, rotbraunen Zapfen sitzen auf den Ästen und weisen dicke Schuppenschilder auf.

Die Pinie ist vor allem in den küstennahen Sandgebieten anzutreffen und bildet größere lichtere Waldbestände. Sie wird jedoch auch häufig als Zierpflanze und auch wegen ihrer köstlichen, schmackhaften Samenkernen, den Pinienkernen bzw. Pinioli, gepflanzt (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 64).

 

Rote Spornblume (Baldrian)

Centranthus ruber – Valerianaceae (Baldriangewächse)

Größe:            0,3-0,8m

Blütezeit:         April – Oktober

Die Rote Spornblume ist eine kahle, blaugrüne Pflanze mit unterschiedlich geformten Blättern. Während die unteren Blätter eine längliche Form aufweisen, sind die oberen herzförmig direkt am Stängel sitzend. Die Blüten sind rosarot und als kleiner Schirm angeordnet.

Die Rote Spornblume kommt verwildert vorwiegend in Felsspalten, Felsschutt und in Mauern vor. Sie wird jedoch auch oft als Zierpflanze kultiviert und angepflanzt (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 340).

 

Salbei

Silberblatt – Griechischer – Echter – Apfeltragender – Muskateller – Eisenkraut – Grüner Salbei!?

 

Spanisches Rohr (Riesenschlif)

Arundo donax – Poaceae (Süßgräser)

Größe:            2-4(-8)m

Blütezeit:         August – Dezember

Das Spanische Rohr entspricht Europas größtem Gras und erinnert an Bambus. Die 3-5cm dicken, holzigen, überwinternden Halme sind mit graugrünen, flachen, rauen, meist überhängenden bis 6cm breiten Blättern bestückt. Die violetten Blüten entsprechen dichten Rispen die eine Länge von 30-70cm erreichen können.

Das Spanische Rohr stammt ursprünglich aus Zentralasien, jedoch ist es schon seit langer Zeit im Mittelmeerraum kultiviert und eingebürgert. Es ist vorwiegend an feuchten Standorten wie Gräben oder Flussufer anzutreffen (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 402).

 

Steineiche

Quercus ilex – Fagaceae (Buchengewächse)

Größe:            bis 15-30m

Blütezeit:         April – Juni

:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_0099.jpeg

Foto 13: Steineiche (Foto: Graf 2014).

Die Steineiche ist ein immergrüner Baum, dessen Blätter ledrig, länglich-eiförmig, ganzrandig bis stachelig gezähnt sind. Auf der Oberseite sind die Blätter dunkelgrün und auf der Unterseite dicht filzig in grauer Farbe. Die Fruchtbecher bestehen aus stumpfen, weich behaarten Schuppen und beinhalten die Eicheln.

Die Steineiche bildet von Natur aus strauchreiche immergrüne Wälder. Die Steineichenwälder sind jedoch aufgrund des menschlichen Einflusses in den letzten Jahrzehnten nur noch kleinflächig vorhanden. Die Eicheln der Steineichen sind bitter und werden daher kaum weiterverarbeitet (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 240).

 

Südlicher Tüpfelfarn

Polypodium cambricum – Polypodiaceae (Tüpfelfarngewächse)

Größe:            Blätter bis 0,5m

Blütezeit:         Februar – Juni

Der Südliche Tüpfelfarn ist eine krautige ausdauernde Pflanze, dessen Blätter im Sommer absterben und im Herbst neu austreiben. Der Farn zeichnet sich durch die schmalen, lanzettlichen Blattabschnitten aus, die auf einem ledrigen, eiförmigen Stängel sitzen. Die Abschnitte am Ende eines Blattes sind auf der Unterseite mit 5-16mm langen Schuppen besetzt, die in zwei Reihen aufgegliedert sind.

Der Südliche Tüpfelfarn ist vor allem im atlantischen Europa, aber auch auf Korsika und in Italien vorzufinden. Er bevorzugt schattig-feuchte Felsspalten, Mauerfugen oder alte Baumstämme. Der deutsche Name Engelsüß leitet sich von dem süßen Geschmack des Wurzelstocks ab, der früher auch als Hustenmittel verwendet wurde. Diese beschriebene Art steht für mehrere Sippen, die nur unter dem Mikroskop unterschieden werden können (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 56).

 

Thymian

Kopfiger – Ganzrandiger – Langblütiger – Gestreifter – Echter Thymian!?

 

Weihnachtsstern (Poinsettie)

Euphorbia pulcherrima – Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Größe:            bis 4m

Blütezeit:         November – Februar

Der Weihnachtsstern ist ein laubwerfender Strauch mit lang gestielten kahlen Blättern. Die Form der Blätter ist eiförmig-länglich, zum Teil gezähnt und zugespitzt. An den Zweigenden sitzen die unscheinbaren Blüten, die von lebhaften roten oder grünlich cremefarbenen Hochblättern umrandet sind.

Der Weihnachtsstern stammt ursprünglich aus Mexiko und ist im Mittelmeergebiet stellenweise in Gebüschen vorzufinden (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 424).

 

Weinrebe

Vitis vinifera – Vitaceae (Weinrebengewächse)

Größe:            bis 35m kletternd

Blütezeit:         Mai – Juni


:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_1104.jpeg

Foto 14: Weiße Weintrauben (Foto: Graf 2014).

:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_1110.jpeg

Foto 15: Rote Weintrauben (Foto: Graf 2014).


Die Weinrebe entspricht einer Liane mit verholztem Stamm. Die Weinblätter sind rundlich-herzförmig und 3-7-lappig geförmt. Die Blüten bestehen aus dichten Rispen aus blassgrünen Kronblättern, die an der Spitze zusammenhängen. Die Weintrauben sind je nach Art entweder blassgrün bis dunkelviolett gefärbt.

Die Weinrebe wird im gesamten Mittelmeerraum angebaut und zählt zu den landschaftsgebundenen und –prägenden Kulturmethoden. Einige amerikanische Arten kommen gebietsweise verwildert vor (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 446).

 

Westlicher Erdbeerbaum

Arbutus unedo – Ericaceae (Heidekrautgewächse)

Größe:            1,5-3(-12)m

Blütezeit:         Oktober – März

:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_0016.jpeg

Foto 16: Westliche Erdbeerbaum (Foto: Graf 2014).

Der Westliche Erdbeerbaum ist ein immergrüner Strauch oder niedriger Baum mit mattbraunen Ästen. Die 2-3 mal so lang wie breiten Blätter sind gestielt, derb und glänzend, scharf gesägt und weisen eine lanzettliche Form auf. Ab Herbst sind die überhängenden Rispen mit weiß bis rosa oder grünlichen, krugförmigen Blüten zu erkennen. Die Früchte erinnern aufgrund ihrer Form und orangefarbener bis zuletzt dunkelroter warzigen Oberfläche an Erdbeeren. Sie sind wenig schmackhaft, daher der Name unedo, was übersetzt bedeutet: eine esse ich.

Der Westliche Erdbeerbaum kommt vor allem in Macchien, immergrünen Wäldern und Felsenhängen vor. In manchen Gegenden werden die roten Früchte trotz mangelnden Geschmacks zu Marmelade, Likör oder Schnaps verarbeitet (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 192).

 

Wilder Ölbaum

Olea europaea – Oleaceae (Ölbaumgewächse)

Größe:            bis 15m

Blütezeit:         April – Juni

Der Wilde Ölbaum ist der häufigste und wichtigste Kulturbaum im Mittelmeergebiet. Er entspricht einem immergrünen, im Alter knorrigen Baum. Die Blätter sind kurz gestielt, lanzettlich und ledrig. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün und die Unterseite silbergrau und leicht beharrt. Die duftenden, gelblich weißen, rispigen Blütenstände bilden die Blüten. Die elliptischen, bis zu 3,5cm langen, fleischigen Früchte sind anfangs grün und verändern im Laufe der Zeit ihre Farbe zu bräunlich bis schwarzblau und werden als Oliven bezeichnet. Die Erntezeit der Oliven ist meist von Dezember bis Februar.

Der Wilde Ölbaum ist in natürlicher Form vor allem in Macchien anzutreffen. Die reifen Oliven des Kulturbaums werden mitsamt den Samen gemahlen, um Olivenöl herzustellen. Die Speiseoliven sind jedoch erst nach einem Entbitterungsprozess genießbar (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 278ff.).

 

Wilder Fenchel

Foeniculum vulgare – Apiaceae (Doldenblütler)

Größe:            0,5-2,5m

Blütezeit:         Juli – September

Der Wilde Fenchel ist eine hohe, blaugrün bereifte, zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr nur eine Rosette ausbildet und nach der Blüte im zweiten Jahr abstirbt. Die Blätter sind 3-4-fach gefiedert und weisen eine pfriemliche Form auf. Die Dolden bestehen aus 4-10 ungleich langen Strahlen ohne Hülle und Hüllchen und weisen während der Blütezeit gelbe Blüten und scharf schmeckende Teilfrüchte mit je 5 Rippen auf.

Der Wilde Fenchel kommt vorwiegend an Straßenrändern, Flussläufen und im Brachland vor. Für Gewürze oder auch medizinische Zwecke werden jedoch meist die Früchte von der Unterart aus dem Anbau verwendet und weniger vom Wilden Fenchel (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 78).

 

Zitrone

Citrus limon – Rutaceae (Rautengewächse)

Größe:            2-7m

Blütezeit:         ganzjährig

Die Zitrone ist ein immergrüner Baum, dessen Zweige oft mit Dornen besetzt sind. Die Blätter sind breit, elliptisch und am Ende zugespitzt und die weißen Blüten bestehen aus 5 Kronblättern, die bis zu 40 Staubblätter ummanteln. Die Zitronenfrüchte sind dünnschalig und haben einen zitzenförmigen Fortsatz.

Die Zitrone stammt ursprünglich aus Südostasien und wird im Mittelmeerraum als Kulturbaum gepflanzt (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 440).

 

Zusammengefaltete Drüsenfrucht

Adenocarpus complicatus – Fabaceae (Schmetterlingsblütler)

Größe:            1-2(-3)m

Blütezeit:         April – August (– Oktober)

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0153.jpeg

Foto 17: Zusammengefaltete Drüsenfrucht (Foto: Graf 2014).

Die Zusammengefaltete Drüsenfrucht ist ein aufrechter Strauch mit vereinzelten länglichen Blättern an den Zweigen. Die Oberseite der Blätter ist kahl und die Unterseite seidig behaart. Die gelben Blüten sitzen an den Spitzen der Zweige und weisen eine 10-19mm lange Kelchform auf. Die Hülsen sind drüsig-warzig.

Die Zusammengefaltete Drüsenfrucht ist vorwiegend in Gebüschen, in lichten Wäldern über saurem Gestein anzutreffen. Zum Teil wird sie auch als Zierstrauch angepflanzt (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 200).

 

Zwergbanane

Musa cavendishii – Musaceae (Bananengewächse)

Größe:            2-4m

Blütezeit:         ganzjährig

:FOTO GEOKEY:komprimiert:DSC_0206.jpeg

Foto 18: Zwergbanane (Foto: Graf 2014).

Die Zwergbanane bildet mit den Stängeln ihrer Blätter einen Scheinstamm und zählt daher trotz der Größe zu den krautigen Pflanzen. Der sich nach 7-9 Monaten entwickelnde hängende Blütenstand besteht aus weißlichen Blüten die in rötlich-purpurnen Tragblättern eingeschlossen sind. Nach der Bestäubung stirbt der Trieb ab und die Pflanze vermehrt sich vegetativ durch Schösslinge.

Die Zwergbanane stammt ursprünglich aus Südostasien und wird im südlichen Mittelmeergebiet auch in Plantagen angebaut. Meistens sind die Zwergbananen als Zierpflanzen in Siedlungen an Straßenrändern zu sehen (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 450).

 

Pflanzengesellschaften

Die mediterrane Florenregion ist durch einige Pflanzengemeinschaften gekennzeichnet. Die Macchie entspricht der charakteristischsten Vergesellschaftung im Mittelmeerraum. Zu früheren Zeiten waren auch die großflächigen Steineichenwälder häufig anzutreffen, wobei heutzutage im Mittelmeerraum kaum noch Wälder vorhanden sind. Einerseits ist dies die Folge der lang andauernden intensiven landwirtschaftlichen Nutzung, wenn man bedenkt, dass der Mittelmeerraum dem ältesten Kulturland Europas entspricht. Auf der anderen Seite kann sich die Vegetation aufgrund der langen Trockenheit im Sommer nur langsam regenerieren (vgl. Wittig 2012: 65f.).

 

Akazienwald


:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0986.jpeg

Foto 19: Akazienwald (Foto: Graf 2014).

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0985.jpeg

Foto 20: Lichter Akazienwald (Foto: Graf 2014).


Woher Informationen einholen!?

 

Eichenwald

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_1027.jpeg

Foto 21: Steineichenwald (Foto: Graf 2014).

Die für den Mittelmeerraum charakteristischen immergrünen Eichenwälder sind heute selten geworden. Dabei entspricht die Steineiche Quercus ilex der am weitesten verbreitenden waldbildenden Baumart dieser Wälder. Durch den anthropogenen Einfluss in den letzten Jahrtausenden sind jedoch heutzutage kaum noch großflächige Wälder anzutreffen. Die Wälder wurden regelmäßig zur Brennholz- und Holzkohlengewinnung gerodet. Erst heute nach dem Ende dieser Nutzung können die aus den Stockausschlägen hervorgegangen Niederwälder wieder höher wachsen.

Steineichenwälder sind im Gegensatz zu anderen Wäldern verhältnismäßig dunkel. Im Unterholz sind vor allem Straucharten anzutreffen, die für die Macchien charakteristisch sind, wie zum Beispiel der Mastixstrauch Pistacia lentiscus, Baumheide Erica arborea, Erdbeerbaum Arbutus unedo, Steinlinde Phillyrea latifolia und der Wilde Ölbaum Olea europaea (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 16f.).

 

Kastanienwald


:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0992.jpeg

Foto 22: Blick auf den Kastanienwald (Foto: Graf 2014).

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0149.jpeg

Foto 23: Kastanienwald von oben (Foto: Graf 2014).


:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0994.jpeg

Foto 24: Kastanienwald (Foto: Graf 2014).

Woher Informationen einholen!?

 

Macchie


:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0092.jpeg

Foto 25: Randbereich der Macchie (Foto: Graf 2014).

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_1210.jpeg

Foto 26: Charakteristische Ansammlung der Macchienpflanzenarten (Foto: Graf 2014).


Der Begriff Macchie leitet sich von dem korsischen Wort ‚maquis’ ab und bezeichnet auf Korsika großflächige, dichte und oft auch undurchdringliche Buschwälder. Diese Strauchformation ist im gesamten Mittelmeerraum weiter verbreitet als die immergrünen Wälder. Diese Mehrzahl der Bestände ist jedoch nicht ursprünglich, sondern ist aufgrund der zahlreichen Rodungen der immergrünen Wälder im Laufe der Zeit entstanden (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 20f.). Im Mittelmeerraum wurden bereits im Altertum große Waldgebiete gerodet um landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen. Die Menschen benötigten das Holz einerseits für den Haus- und Schiffsbau und andererseits wurde damals schon Holzkohle für die Verhüttung von Eisenerz verwendet. Abgesehen davon degradierten die Wälder aufgrund der starken Beweidung der großen Viehbestände. Da die stacheligen und dornigen Pflanzen vom Vieh gemieden worden sind, konnten sich diese Arten vermehrt ausbreiten. Zusätzlich verstärkten die Brandrodungen die Verbreitung feuerresistenter Arten wie Pyrophyten und solche mit großer Samenproduktion. Aufgrund dieser Bedingungen entstand im Mittelmeerraum die uns heute bekannte dornige Strauchschicht, die Macchie (vgl. Wittig 2012: 66f.). Zusätzlich führte diese Degradation der Wälder zu einer Abschwemmung und Verarmung der Böden, sodass die Regeneration des natürlichen Pflanzenkleids wenn überhaupt, nur sehr langsam erfolgen kann (vgl. Schönfelder und Schönfelder 2008: 21).

Typische Vertreter der Macchie sind zum Beispiel die lichtliebende Myrte Myrtus communis, sowie der Mastixstrauch Pistacia lentiscus, Steinlinden Phillyrea latifolia, Pfriemenginster Spartium junceum, die Baumheide Erica arborea oder der Westliche Erdbeerbaum Arbutus unedo (ebd.).

 

Pinienwald


:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0116.jpeg

Foto 27: Pinienwald beim Rotarokrater (Foto: Graf 2014).

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0004.jpeg

Foto 28: Pinienwald entlang des Arsolavastroms (Foto: Graf 2014).


 

Spezielle Standorte auf der Insel Ischia

Fruchtbare Asche – fruchtbarer Boden

:Fotos Pflanzen:komprimiert:DSC_0017.jpeg

Foto 29: Salatanbau zwischen den Weinreben (Foto: Graf 2014).

Nach einem Vulkanausbruch stirbt aufgrund der Lavaströme und heißen Asche auf der Erdoberfläche in unmittelbarer Umgebung jegliches Leben ab. Im Anschluss verfestigen sich die neu abgelagerten Aschepartikel sowie Gesteine und erkalten. Im Laufe der Zeit wird das Gestein durch das Zusammenspiel von Sonne, Wasser, Wind und Temperatur zerkleinert und verwittert. Aus diesen kleinen Gesteinseinheiten entsteht eine dünne, lockere, durchlässige aber auch sehr mineralstoffreiche Bodenschicht. Das Pflanzenwachstum ist nicht nur von den Mineralstoffen im Boden abhängig, sondern wird auch stark von den klimatischen Bedingungen beeinflusst. In warmen und trockenen Gebieten dauert es wesentlich länger bis Pflanzen wachsen können, als in kühleren und feuchteren Regionen.

Auf der Insel Ischia gibt es ausreichend Niederschlag um das Pflanzenwachstum zu fördern. Zusätzlich handelt es sich hier bei dem Gestein um Tuffgestein, das sehr spröde und porenreich ist. In diesen Poren wird vermehrt Wasser gespeichert und spenden somit den Pflanzen ausreichend Feuchtigkeit.

Aufgrund dieser Verhältnisse wird die Insel Ischia auch als „Isola Verde“, die grüne Insel bezeichnet, da ganzjährig ein grüner Schimmer die Hänge bedeckt. Viele Weingüter pflanzen selbst zwischen den Weinreben andere Sorten, wie zum Beispiel den grünen Salat, da der Boden reich an Wasser und Mineralstoffen ist.

 

Tropisches Pflanzenkleid bei Fumarolen

Fumarolen sind heiße aufsteigende Gase aus dem Erdinneren, die den umliegenden Bodenbereich erwärmen. Bei den heißen Gasen handelt es sich um CO2, Wasserdampf und stellenweise auch um Schwefel. Die Hitze und Feuchtigkeit sorgt dafür, dass um Fumarolen häufig ein tropisches Pflanzenkleid anzutreffen ist.

 

Literatur

Schönfelder I. und Schönfelder P. (2008): Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. – Stuttgart. (= KosmosNaturführer).

 

Wittig R. (2012): Geobotanik. – Stuttgart. (= UTB 3753).